Werbefinanzierung gehört verboten. Das Letzte was sich unser Planet erlauben kann ist eine Kostenlosmentalität.


                             21.12.2017

Brauchen wir einen Tag der Empörung!

 

Die Zukunft sieht nicht gut aus. Die Umwelt- und Klimaprobleme werden nicht weniger und die soziale Verelendung und Verwahrlosung nimmt auch bei uns immer mehr zu. Die Wirtschaft nimmt uns mit ihren Angeboten immer mehr in Beschlag und wir verheddern uns in ihren Fallstricken. Wir werden immer mehr zu unmündigen Bürgern. Das muss sich ändern.

 

Deshalb brauchen wir einen Tag an dem wir uns empören können, dürfen, sollen und auch müssen.

 

Es gibt für so viel Schwachsinn einen eigenen Tag. Politiker und Schaumschläger dieses Landes überhäufen sich gegenseitig mit Auszeichnungen und Preisen und lassen sich auf großen Veranstaltungen im Fernsehen feiern. Da ist ein Tag des mündigen Bürgers nicht mehr als recht. Ich fordere einen solchen Tag.

 

Empört euch!


    18.08.2017

 

Was verstehen sie unter Wirtschaftsethik?

 

Im Duden heißt es dazu:

 

Substantiv, feminin - Ethik, die sich mit den moralischen Aspekten wirtschaftlichen Handelns beschäftigt.

 

Nun hat der Professor Dr. Thomas Beschorner, Direktor des Instituts für Wirtschaftsethik der Universität St. Gallen/ Schweiz, auf SPIEGELONLINE* am 09.08.2017 in einen Gastbeitrag über die riesige Ablösesumme des Spielers Neymar in Höhe von 222 Millionen Euro geschrieben und was nun zu tun sei.

 

Er redet hier zwar von „unmoralischen Gehältern“, schreibt aber zum Schluss, dass neue Zeiten angebrochen seien. „Wir wissen es alle“. Das stimmt, dass hat inzwischen bestimmt auch der letzte Depp gemerkt. Dann kann sich ein Wissenschaftler aber ruhig die Frage stellen, ob diese neuen Zeiten nicht den gesellschaftlichen Zusammenhalt massiv stören, gar zerstören. Für einen Ethiker sollte das selbstverständlich sein.

 

Aber was macht der Herr Professor Dr.? Er laviert rum und schreibt von der Klassengesellschaft innerhalb der Ligen. Der Herr Professor Dr. macht sich Sorgen, dass die Schere zwischen reichen Vereinen und noch reicheren Vereinen zu weit auseinander geht. Das würde den Wettbewerb verzerren.

 

Mit keinem Wort geht der studierte Herr, Fachmann für Wirtschaftethik, auf die Ursache dieses Geldrausches ein. Das Geld ist einfach da, es muss nur innerhalb der Vereine gerecht verteilt werden. So einfach ist das für den Herrn Ethikprofessor.

 

Dass dieses Geld von in prekären Verhältnissen lebenden Menschen mit erwirtschaftet wurde. Nicht wichtig. Das die unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellten Trikots zu Spottpreisen eingekauft und – jedes Jahr neu – teuer verkauft werden. Unbedeutende Nebensache, quasi wirtschaftlicher Kollateralschaden. Das Fernsehgelder zwangsweise eingetrieben oder Gelder für die Werbefinanzierung über den Konsum dem Verbraucher aus der Tasche gezogen werden. Uninteressant. Dass Sponsoren Menschen mit Millionen überhäufen, die schon ein sehr gutes Einkommen haben. Ja und.

 

In seiner ethischen Weltanschauung kommt es nicht vor, dass dieses Geld, statt Schaumschlägern in den Arsch zu schieben, besser für alte Menschen, Schulrenovierung, Bildung, Krankenversorgung, Flüchtlinge oder sonstige sozialen Aufgaben besser zu verwenden wäre.

 

Herr Professor Dr. Thomas Beschorner, ich vermisse in ihrem Beitrag eine wissenschaftliche Vorgehensweise (keine Analyse vorhanden) und dass er für einen Wirtschaftsethiker wenig mit Ethik/ Moral zu tun hat.

 

Daher empfehle ich ihnen, schauen sie sich mal gründlich auf meiner Seite um und erweitern sie ihren Bildungshorizont.

 

Wenn Sie mir dann mitteilen, dass sie meine Seite besucht und das Geschriebene auch verstanden haben, stelle ich ihnen auch ein eigenhändig unterschriebenes Zertifikat aus (siehe unten). Das macht sich bestimmt gut neben ihren anderen Auszeichnungen.

 

 

* SPON Gastbeitrag Prof. Dr. Beschorner

 

Der Herr Professor Dr. Beschorner wird über diesen Beitrag schriftlich informiert, SPON per Email.

 



In der Kapitalismusfalle!

 

 

Im Jahr 1985 wurde das werbefinanzierte Fernsehen eingeführt und seitdem hat sich unsere Gesellschaft stark gewandelt. Was ist passiert?

 

Ich habe mir das Free-TV, heute nenne ich es Doof-TV, auch angesehen. Es war erfrischend, manchmal laut und schrill. Später zu oft gewalttätig. Aber eins hat mich schon damals umgetrieben, die Mischung aus Gebühren- und Werbefinanzierung. Ich durfte das Free-TV nämlich nur sehen, wenn ich die öffentlich-rechtliche Fernsehgebühr bezahle. Obwohl ich beides bezahle, wurde mir eine Entscheidungsfreiheit verweigert. 2013 folgte dann die Haushaltsabgabe mit der Begründung, dass jeder nun überall Fernsehen empfangen könne. Die Wirtschaft setzt die Standards und die Politik macht die passenden Gesetze dazu. Wieder wurde im Interesse der Wirtschaft das Freiheitsrecht beschnitten.

 

(Helmut Kohl bekam später von Leo Kirch, dem Fernsehrechtehändler, einen Beratervertrag. Kassiert hat er ein paar Millionen. Zuletzt langte eine ehemalige Verfassungsrichterin kräftig zu.12 Millionen.

Aha, sag ich da nur.)

  

Bei den Freihandelsabkommen gehen die Bürger massenweise auf die Straße, weil sie sich dem Diktat der Wirtschaft nicht unterordnen wollen. Dabei ist dies mit Einführung des werbefinanzierten Fernsehens doch schon längst geschehen. Nichts hat die Gesellschaft so verändert wie das Free-TV und später das Internet.

 

In Deutschland werden im Jahr 28 Milliarden für Werbung ausgegeben. Das muss man sich einmal vorstellen.

Von den mit Werbung produzierten Printmedien (Stadtteilzeitung, Werbebroschüren etc.) die unaufgefordert ins Haus flattern, wird bestimmt die Hälfte direkt im Müll landen. Interessiert aber keinen.

Durchschnittlich 500 Stunden Fernsehen, davon bestimmt zwei Drittel werbefinanziert, werden pro Tag auf die Zuschauer losgelassen, der sich davon höchstens vier Stunden ansieht.

   

Da jagt eine Klima- und Umweltkonferenz die andere, und wir haben nichts dagegen, dass der Planet durch forcierten Konsum noch schneller zugemüllt wird.

 

Und wie wirkt das, was alles gesendet wird, auf unsere Gesellschaft ein?

 

Bekommen wir langsam amerikanische Verhältnisse. Werden wir uns auf Slums, Gewalt und zunehmende soziale Verwahrlosung einstellen müssen? Oder sind wir schon so weit?

 

Welchen Beitrag hat das Fernsehen an den gesellschaftlichen Veränderungen der letzten dreißig Jahre? Das sollte in unserer Gesellschaft viel stärker diskutiert werden. Die Presse scheint mir dazu nicht bereit. Was daran liegen mag, dass sie, wie die Finanzkrise 2008 an den Tag gelegt hat, sich in die Abhängigkeit der Einnahmen durch Werbefinanzierung begeben hat. Braucht die Presse also einen neuen Spiegel?

 

Wir müssen dahin zurück, das jeder nur für das bezahlt, was er auch konsumiert. Werbefinanzierung gehört verboten. Der Bürger muss wieder Verantwortung für sein Tun zurück bekommen. Denn nur dann ist er ein mündiger Bürger.

   

Wenn das nicht gelingt, sitzen wir weiter in der Kapitalismusfalle!

 

Von den Parteien ist leider zu diesem Thema so gut wie nichts zu hören.

 

Dass es eine grüne Partei nicht interessiert, wenn der Bürger gegen alle Vernunft mittels Zwangsbeiträgen den Konsum puschen muss ist mir ein großes Rätsel. Da laden sie lieber den Zetsche ein und lassen sich seine Welt erklären. Wundert aber auch nicht, wenn man ihre Parteivorsitzende Peters in einer Talkrunde sagen hört, dass die Kosten für die Flüchtlinge von diesen in 6-7 Jahren wieder erwirtschaftet würden. Das ist schon wirtschaftliches Kosten/Nutzen Denken. Da dauert es nicht lang, bis man zu dem Schluss kommt,  dass man sich Mitmenschlichkeit nicht mehr leisten kann. Das kommt beim „Marsch durch die Institutionen“ am Ende heraus. Und die grünen Politiker sind ja schon sehr lange marschiert. Einer sogar bis nach München zu BMW.

 

Die Linke ist zwar von der Kenntnis der Marx’schen Theorien durchdrungen, weiß auch um die Wandlungsfähigkeit des Kapitalismus, scheint mir aber die Wirkmechanismen im dritten Jahrtausend zu ignorieren. Die Partei erschöpft sich in Forderungen nach einer Reichensteuer, Mindestlohn, sozialem Wohnungsbau etc. Genosse Gysi biedert sich derweil beim Geld an und macht mit dem schaumschlagenden Kapitalvertreter Thomas Gottschalk einen Jahresrückblick auf n-tv.

 

Völker höret die Signale! Welche denn?

 

Krümel reichen uns nicht mehr, wir wollen auch noch die Teller ablecken. Na super.

 

So bekommen wir die gewaltigen Probleme nicht gelöst.

 

Einen wirklichen und nötigen Umbruch dieses kapitalistischen Systems kann ich deshalb bei beiden Parteien nicht erkennen. Man wettert hier, man wettert da. Gerne auf Facebook. Das ist die Internetseite von Mark Zuckerberg. Der Typ hat mit Werbefinanzierung in 10 Jahren 45 Milliarden gemacht und träumt nebenher von einem neuen Menschen. Da wäre selbst Karl Marx von den Socken gewesen und der wusste schon wie der Hase läuft.

Ich gebe zu, der Mark Zuckerberg wird auch kritisiert. Das macht man dann aber nicht auf Facebook. Warum? Die Kritik wird entweder gar nicht erscheinen, wie einmal ein Leser des SPIEGEL in einem Kommentar anmerkte, oder man wird ganz schnell kein Konto mehr da haben.

 

 

Leben wir also in einer Zeit in der ein Facebookkonto mehr wert ist als die Meinungsfreiheit?

 

Ich sage ja. Kapitalismusfalle eben.

 

Kurzum halte ich das werbefinanzierte Fernsehen und Internet so wie es jetzt ist, für eine gewaltige Verblödungs- und Umverteilungsmaschine die wir uns nicht leisten sollten. Und auch nicht können, wenn wir wirklich etwas verändern wollen.